Eberswalde (MOZ) In zwei Wochen werden die Barnimer an die Wahlurnen
gerufen. Dann haben sie über die künftigen Abgeordneten für Land- und
Bundestag zu entscheiden. Die Liste der Bewerber ist lang.
Der
Kreiswahlausschuss hat bereits bestätigt, welche Kandidaten auf die
Listen gesetzt werden. Sieben Bewerber gibt es im Wahlkreis 13 (Stadt
Eberswalde, Amt Joachimsthal und Gemeinde Schorfheide). Die SPD schickt
den Eberswalder Daniel Kurth ins Rennen, die Linke die Biesenthalerin
Margitta Mächtig. Für die CDU tritt der Neuenhagener Thomas Lunacek,
für die Bündnisgrünen Elke Rosch aus Parsteinsee und für die FDP der
Eberswalder Gregor Beyer an. Der Finowfurter Johannes Madeja vertritt
das Generationen-Bündnis 50Plus, der Eberswalder Günther Spangenberg
die Freien Wähler. Sieben Vorschläge wurden für den Wahlkreis 14
(Bernau und Gemeinde Panketal) zugelassen.
Der Urnengang am 27.
September erfolgt in 193 Wahlbezirken, darunter 15 Briefwahlbezirken.
Letztere bieten die Möglichkeit, bereits im Vorfeld an den Wahlen
teilzunehmen. "Für die Teilnahme an der Briefwahl muss allerdings ein
entsprechender Antrag gestellt werden. Die Briefwahlunterlagen können
bis zum Freitag vor der Wahl (25. September) 18 Uhr beantragt werden.
Kann das Wahllokal wegen plötzlicher Erkrankung nicht aufgesucht
werden, ist die Antragstellung noch am Wahltag bis 15 Uhr möglich",
erklärt Katrin Jahn vom Kreiswahlbüro.
Eberswalde (MOZ/sas) Günter Grass kommt nicht als Literat nach Eberswalde.
Er kommt als Wahlkämpfer - für die SPD. Und daran lässt er am
Mittwochabend im Paul-Wunderlich-Haus von Anfang an keinen Zweifel.
Er zieht gegen die Linken zu Felde, die als KPD 1929/30 schon
gemeinsame Sache mit den Nationalsozialisten gemacht hätten, indem sie
zu ihrem Feind Nummer 1 die Sozialdemokraten erklärt hätten. "Ein Gysi
hat es bis heute nicht für nötig gehalten, sich bei den
Sozialdemokraten dafür zu entschuldigen", sagt Grass. Er nennt Oskar
Lafontaine wenig später wegen seines Parteiwechsels "einen Lumpen". Und
auch Guido Westerwelle und die Liberalen sind dem 81-Jährigen ein Dorn
im Auge. Deren Neoliberalismus habe Deutschland erst in die Krise
geführt. "FDP wählen heißt, den Bock zum Gärtner zu machen", spottet er.
Mehr als 40 Jahre unterstützt Grass die SPD bei Wahlkämpfen.
Demokratie, sagt er, sei kein fester Besitzstand, sondern müsse
politisch immer wieder eingelöst werden. Derzeit sieht der
Schriftsteller die Demokratie "durch die Macht der Lobbyisten
gefährdet, die sich wie ein Fangeisen um das Parlament gruppieren". Und
warnt Markus Meckel, den SPD-Direktkandidaten für den Bundestag im
Wahlkreis Uckermark/Barnim II: "Da müsst Ihr verdammt aufpassen." Der
Beifall im - vor allem mit SPD-Mitgliedern und -Sympathisanten - voll
besetzten Saal des Paul-Wunderlich-Hauses ist Grass für seine Worte
sicher.
Dann liest er aus seinem neuesten Buch: "Unterwegs von
Deutschland nach Deutschland". Es sind Beobachtungen, die er auf seinen
Reisen in den Osten nach dem Mauerfall machte, komplementiert mit den
Gedanken eines hochpolitischen Menschen. "Es hat im Westen der Wille
gefehlt, sich mit den Biografien im Osten bekannt zu machen", ist eine
der Thesen von Günter Grass.
Michael Kumpfmüller, den er sich
nach Eberswalde mitgebracht hat, sieht das anders. Mehr als 30 Jahre
jünger als Grass, aber Schriftsteller und SPD-Wahlkämpfer wie der,
behauptet der gebürtige Bayer, der mittlerweile im brandenburgischen
Briesen wohnt: "Die Ostdeutschen sind aufrecht in die deutsche Einheit
gegangen."
Eberswalde (MOZ/hs) Das haben selbst Insider nicht erwartet: Der vor dem 82. Lebensjahr stehende Schriftsteller Günter Grass absolvierte am Mittwoch vor seiner Lesung im Paul-Wunderlich-Haus einen Barnim-Tag, der sich sehen lassen konnte. Erst ein Rundgang durch die ehrwürdigen Mauern von Kloster Chorin, später eine Besichtigung des Schiffshebewerkes Niederfinow und anschließend ein Besuch in der Paul-Wunderlich-Ausstellung im Barnimer Kreishaus. "Ich treffe einen alten Freund, einen Weggefährten, mit dem mich viel verbindet", berichtete Grass angesichts der Porträts deutscher Schriftsteller, die Paul Wunderlich in den vergangenen zwei Jahren anfertigte.
Grass bedankt sich auf seine Weise für die freundliche Führung. Er berichtet von gemeinsamen Sichtweisen, die ihn mit Wunderlich verbinden. "Trotz wechselnder Moden haben wir uns vom Zeitgeist nie beeinflussen lassen. Wir sind beim Gegenständlichen geblieben", erinnert Grass, der Wunderlich als Künstler beschreibt, der "scheu und zurückgezogen in Hamburg lebt, und auch im Alter offen bleibt für neue Eindrücke". Zudem habe ihn Wunderlich zur Lithografie geführt, das war in den 80er Jahren.
Während des Rundgangs haben sich der Barnimer Landrat Bodo Ihrke, SPD-Landtagskandidat Daniel Kurth und SPD-Bundestagskandidat Markus Meckel an der Seite von Grass platziert. Die drei SPD-Politiker stehen im Wahlkampf und sind hoch erfreut über die populäre Unterstützung durch den Literaten. Dass Grass in seiner politischen Lesereise "Unterwegs von Deutschland nach Deutschland" Eberswalde berücksichtigt, kann indes Meckel in Anspruch nehmen. "Wir haben das bei einer Lesung in Magdeburg vereinbart", so der Bundestagsabgeordnete.
"Ich will schwarz-gelb verhindern", unterstreicht Grass den politischen Anspruch seiner Reise. Als bekennender Wahlkämpfer für die SPD wendet er sich gegen den Neoliberalismus und wünscht sich eigentlich einen Wahlsieg der SPD. "Ich würde gern Frank-Walter Steinmeier als Kanzler sehen. Das es wird wohl nicht reichen", bedauert Grass und fügt an: "Die Fortsetzung der großen Koalition wäre auch kein Unglück".
Groß Schönebeck - Daniel Kurth stellte sich am Montag, dem 07. September, im Gasthaus "Zum Weißen Hirsch" in Groß Schönebeck vor. Interessierte Bürgerinnen und Bürger und SPD-Mitglieder waren herzlich
eingeladen, an der Vorstellungs- und Gesprächsrunde unter dem Titel „KURTH
kommt." teilzunehmen.
„Ein Landtagsabgeordneter soll Sprachrohr für die Belange und
Interessen einer Region sein. Bevor er aber spricht, sollte er zuhören. Er
sollte die Menschen anhören, ihre Sorgen und Nöte aufnehmen, Vorschläge und
Anregungen aufgreifen. Deshalb komme ich zu Ihnen. Um Ihnen zuzuhören. Um mit
Ihnen zu diskutieren.", so Daniel Kurth.
Weitere Veranstaltungen
unter dem Titel "KURTH kommt." werden u.a. in Finowfurt und Eberswalde folgen.
Eberswalde - Am 3. Eberswalder Stadtlauf nimmt auch ein Team der Eberswalder SPD teil. Der Lauf startet am Sonntag, dem 06. September, um 11.20 Uhr am baff-Sportzentrum.Im SPD-Team laufen: Josef Keil, Lorenz Engel, Daniel Kurth und Clemens Pfütz (v.l.n.r.).